Verlagsvertrag und Autorenrechte

Kritische Autorenrechte zurückbehalten

Die Universität Zürich fordert Forschende auf, in ihren Verlagsverträgen kritische Autorenrechte für die Veröffentlichung in ZORA zurück zu behalten. In der Praxis gibt es dazu zwei Möglichkeiten:

1. Verlagsvertrag verändern

Sie streichen Ausdrücke wie exklusive Abgabe aller Rechte – oder andere Ausdrücke, die Ihre Veröffentlichung in ZORA einschränken – deutlich durch. Machen Sie in einem Begleitbrief auf die Änderungen aufmerksam und fordern vom Verlag eine Bestätigung.

2. Zusatz beifügen: Open Access Addendum

Alternativ fügen Sie dem Vertrag einen Zusatz bei, der die Hinterlegung der Veröffentlichung im Dokumenten-Server regelt (Open Access Addendum). Der Zusatz muss vom Verlag gegengezeichnet werden. Um beim Verlag anzufragen, ob die Embargozeit bei Publikationen verkürzt oder aufgehoben werden kann, können Sie ein
Addendum online generieren 


Nicht alle Rechte an den Verlag abgeben

Gehen Sie sicher, dass Sie weder das Copyright noch alle exklusiven Rechte an den Verlag abtreten. Zur Unterstützung bieten wir Ihnen anhand eines Beispielfalls einige

Empfehlungen zum Vorgehen bei Verlagsverhandlungen  (PDF, 82 KB)


Nachträgliches Einverständnis zur Selbst-Archivierung

Für schon publizierte Werke können Autorinnen und Autoren nachträglich das Einverständnis des Verlags einholen, die Publikation in ZORA zu hinterlegen

Formbrief und Anleitung (DOCX, 19 KB)

 

Bei der Eingabe in ZORA müssen solche Informationen zum Verlagsvertrag angegeben werden, damit die ZORA-Redaktion diese berücksichtigen kann. Informieren Sie sich zudem über Ihre Rechte für die Selbst-Archivierung (grüner Open Access) auf der Sherpa/Romeo-Datenbank.


Publizieren ohne Verlagsvertrag

Wurden bei einer Veröffentlichung mit dem Verlag keine anderslautenden urheberrechtlichen Vereinbarungen getroffen, so gelten für Autorinnen und Autoren mit Wohnsitz in der Schweiz bei der Hinterlegung in ZORA die gesetzlichen Bestimmungen des Schweizerischen Obligationenrechts:
 

Wissenschaftliche Aufsätze, soweit sie vertieft ein Thema behandeln, z.B. Zeitschriftenartikel oder Buchbeiträge, darf der Autor drei Monate nach dem vollständigen Erscheinen offen in einem Repository hinterlegen.
(Art. 382 Abs. 3 OR)
Aktualitätsbezogene Berichte, z.B. Zeitungsartikel, darf der Autor jederzeit offen in einem Repository hinterlegen.
(Art. 382 Abs. 2 OR)
Andere Werke wie Monographien oder Lehrbücher darf der Autor nicht in Konkurrenz zum Verlag in einem Repository offen hinterlegen, solange die Auflage nicht vergriffen ist. (Art. 382 Abs. 1 OR)
Nicht korrekt zitierfähige Versionen, die keine echte Konkurrenz bedeuten, sind erlaubt: bspw. Files ohne Originalseitenzahlen in Fächern, in denen seitengenau zitiert wird.


Als hinterlegte Publikation ist in diesen Fällen sicher eine Autorenversion ohne Verlagslogos und Verlagsseitenzahlen (akzeptiertes Manuskript) zulässig. Die vom Verlag publizierte Version (Verlags-PDF) darf nur ohne kennzeichenrechtlich geschützte Verlagslogos verwendet werden.